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Mittwoch, 21. Mai 2014

Allein unter Männern....

Ich liebe meine drei Männer! Uneingeschränkt! Sie bringen mich zum Lachen, sie rühren mich zu Tränen, sie ärgern und lieben mich, sie bringen mich manchmal an den Rand der Verzweiflung. Sie erinnern mich daran, was es heißt eine Frau zu sein. Sie lieben mich in hohen Schuhen und in Kleidern. Sie mögen lange Haare und sind sehr unkritisch......  Ich liebe es, "meine Jungs" sagen zu können und ich bin unendlich stolz auf sie. Auf jeden Einzelnen. 

Alles ohne Wenn und Aber. Und manchmal, so wie heute morgen, kann ich über sie lachen, auch wenn sie gar nicht da sind. Hier mein Tatsachenbericht mit Bildern.

Montag Spätnachmittag, gegen 17.00 Uhr: 
Ich freue mich immer noch und immer wieder über die schönen ersten Pfingstrosen dieses Jahres, die ich geschenkt bekommen habe, und beschließe, dass der beste Platz dafür nicht der Esstisch ist, sondern der Konsoltisch vor der grauen Wand im Flur. Schnell noch was dazu dekoriert. Fertig. Mir gefällt es so. Schön!



Dienstag Morgen, 7.38 Uhr: 
Im Rahmen meiner Sportchallenge schleiche ich ganz leise um 6.25 aus dem Haus, um im Freibad zu schwimmen. (Das erste Mal übrigens, dass es über 10 Grad sind, am Freitag waren es noch 5,5.) An den Tagen, an denen ich also morgens so früh schwimmen gehe, sehe ich meine Männer nur noch beim Verlassen des Hauses, wenn SIE Richtung Schule und Büro aufbrechen und ICH wiederkomme.

Ein schnelles Winken und weg sind sie. Die stylische Mädchendeko konnten sie aber wohl so nicht auf sich sitzen lassen und haben die Gunst der Stunde genutzt. 



Dienstag Morgen, 8.15 Uhr:
Nach einem erstickungsähnlichen Lachanfall ist jetzt alles wieder beim Alten. Ich habe lediglich einen Glaswand um den Konsoltisch gezogen, Videokameras installiert und den Flur mit einem Labyrinth aus Laserstrahlen geschützt. Jetzt wird die Hand nur noch umgeformt, wenn sie sich wie Tom Cruise in Mission Impossible an einem Seil vom Treppengeländer runterseilen..... 



Wagt es nicht, Männer!



Liebe Grüße von
Sandra

Donnerstag, 27. Februar 2014

Was Raben, eine Oma-Perücke und eine Strumpfhose mit nordischer Mythologie zu tun haben....

Heute ist ja Weiberfastnacht und in unserer Waldorfschule ist das traditionell der Tag, an dem die Schüler Karneval feiern. In unserer Klasse steht Karneval jedes Jahr unter einem von den Lehrern vorgegebenen Motto.

Ich selber schwanke immer zwischen der einmaligen Freiheit, dass Kinder einfach mal das sein dürfen, was sie möchten, ohne Vorgaben und Zwänge auf der einen Seite und dem tollen Ergebnis, das Eltern und Lehrer gemeinsam für die Kinder mittels Thema auf die Beine stellen. 


In diesem Jahr ist das Thema nordische Mythologie und Felix hat sich den Gott Odin als Verkleidung ausgesucht. Odin ist der Göttervater, der seine zwei Raben Hugin und Munin (Gedanke und Erinnerung) immer auf der Schulter mit sich führt. Außerdem trägt er eine goldene Augenklappe, weil er ein Auge als Pfand gegen einen Schluck aus einem Brunnen hergegeben hat, um seherische Kräfte zu bekommen. Er wird von seinem eigenen Speer verwundet und ersinnt die Runen. Das ist die Kurzfassung....

Jeden Morgen reitet Odin mit seinen beiden treuen Raben auf seinem achtbeinigen Ross über den Morgenhimmel und erkundet die Welt.

Und weil er heute Morgen schnell fertig war mit seinem Ritt, hat er sich durch den Nebel gekämpft und kurz bei uns für ein Foto halt gemacht. Göttervater sei Dank :)





Das Kostüm, den Helm, die schwarze Strumpfhose, die Augenklappe und den Speer habe ich ganz normal gekauft. 
Die Raben haben wir bestellt.
Für die nordisch-wilde Haarpracht haben wir eine Oma-Dutt-Perücke genommen, die wir nordmännisch bearbeitet (=abgeschnitten, geflochten und toupiert) haben.
Der Umhang ist selbstgenäht. Die Raben habe ich dank Draht am Umhang befestigt.

Und weil für so einen alten Gott Feiern ganz schön anstrengend ist, hat er ab morgen eine Woche Faschingsferien und ist, wie könnte es anders sein, gen Nordsee entschwunden.


Helau und Alaaf
Sandra

Dienstag, 25. Februar 2014

Das Ende meiner Toleranz

Ja, es gibt Grauzonen im Leben, jede Menge, und unglaublich viele Farben und ich bin ein großer Verfechter von Toleranz und Akzeptanz dieser Grauzonen und aller erdenklichen Farben. Ich bin dafür, dass jeder Mensch so leben sollte, wie und wo es ihn glücklich macht.


Aber ganz ehrlich, geht es um das Wohl von Kindern, bin ich überhaupt nicht für  Grauzonen bei Themen wie Kinderfotografien  und -pornographie im Internet.

Das macht mich wahnsinnig. Toleranz und Verständnis gehen mir in diesem Punkt komplett ab. Da verstehe ich überhaupt keinen Spaß und da kann ich auch überhaupt nicht politisch korrekt sein.

Ich möchte nicht, dass sich Menschen fremde Kinderfotos bestellen und angucken können.

Ich möchte keine Diskussion darüber, welche Posen noch vertretbar sind, und ab wann es pornographisch und damit strafbar wird.

Ich möchte keine Erklärungen über die Psyche dieser Menschen. Ihre Kindheit und ihre Defizite interessieren mich nicht.

Ich möchte keine Aufweichung von Richtig und Falsch.

Ich möchte keine psychologischen Gutachten und eventuell vorzeitige Haftentlassungen.

Ich möchte keine Wiedereingliederung.

Ich möchte verdammt noch mal gar keine Graunuance und auch kein verkehrsweiß. In dieser Frage kann ich nur blütenweiß akzeptieren.

Ich möchte eine knallharte Vorgehensweise.

Ich möchte Verbote und Bestrafungen bei kleinsten Vorkommnissen.

Ich möchte uneingeschränkten Schutz für Kinder, ohne wenn und aber.

Liebe Grüße von
Sandra

Montag, 3. Februar 2014

Wir begrüßen den Februar wild und gefährlich.....

Manchmal ist so ein Sonntag ein Geschenk, oder? Wir waren gestern seit einigen Jahren mal wieder im Zoo! Als die Kinder klein waren, hatten wir jedes Jahr Jahreskarten. So lange, bis die Kinder gelangweilt waren und uns der Zoo, ehrlich gesagt, zu den Ohren wieder rauskam.


Gestern schien es geradezu perfekt. Die Sonne schien - 9 Grad und Sonne im Februar sind traumhaft. Im Zoo hat sich einiges geändert, viele tolle neue Gehege und Parks sind entstanden und jetzt, wo die Kinder nicht mehr so klein sind, sind die tollen Tiere auch noch mal ganz anders faszinierend. Da muss man nämlich nicht mehr ständig den Kindern die Tiere nahe bringen, sie hochheben und erklären. Das haben die Kinder nämlich alles selber erkundet und gelesen. 


Und wir haben zum einen fasziniert festgestellt, dass der Zoo auch noch mal was für "große" Kinder ist, und zum anderen mal wieder diese unglaublichen Tiere bestaunt. Wer schon mal Auge in Auge (mit nur einem Meter Abstand) mit einem Löwen gestanden hat, der weiß, was ich meine. Auch wenn dieser gar nicht MICH angestarrt hat, sondern das Pony hinter mir, das gerade spazieren geführt wurde!



Ich finde Tiger und Löwen toll, sie sind so majestätisch! Dieser Tiger hier, ist übrigens derjenige, der vor einigen Wochen einen Wärter getötet hat....


Zum Abschluss dann noch ein leckeres Essen und ein unschlagbares Eis in der Stadt, einen Familienfilm und hochgelegte Füße.








Es ist schön, wenn die ganze Familie zufrieden und entspannt ist, wenn alle ausgeschlafen sind und der Teenie mal einen Tag lang die Pubertät vergisst......


Man kann bei uns im Zoo übrigens total viel auf eigene Faust erkunden. Es gibt Themenparks und viele Gehege, in denen man den Tieren ganz nah begegnen kann. Dazu kann man auch eine Rallye durch den Zoo machen, das ist auch eine spannende Alternative. Wir haben auch schon mal einen Kindergeburtstag dort gefeiert. Das ist auch eine tolle Möglichkeit. Die Kinder haben ganz viel gelernt und begeistert mitgemacht. Es ging dabei übrigens nicht nur um die Zootiere, sondern auch um Hasen, Kaninchen und Bienen. Es gibt spezielle Ferienprogramme und andere Programmpunkte. Es lohnt sich also immer mal, das Zooprogramm zu studieren.

Jetzt können die neue Woche und der neue Monat starten - wir sind bereit!



Liebe Grüße von
Sandra

Donnerstag, 23. Januar 2014

Sport oder nicht Sport, das ist hier die Frage.... Eine Überlegung zum Kindersport

Meine Kinder spielen Handball und Handball und Handball. Und der Kleine auch Golf. Warum ich Euch das erzähle? Weil meine Leserin Anna mir geschrieben hat, dass ihre Kinder gerade gar keine Lust haben, Sport zu machen, und sich gar nicht aufraffen können. Und das findet sie schade. Ein Grund, mal darüber zu schreiben, und wie ich darüber denke.

Die Jungs gehen total auf in ihrem Sport und sind eigentlich nur so richtig glücklich, wenn sie zum Training gehen können. Die Tage dazwischen sind die Tage dazwischen. Sie dienen der Erholung, dem Verabreden, dem Nichtstun (ich finde ja auch dem Hausaufgaben machen, aber da sind wir nicht immer der gleichen Meinung).

Die vielen Vorteile, die Sport so mit sich bringt, kennen wir alle: er hilft ihnen, sich abzureagieren, Dampf abzulassen, Aggressionen abzubauen, Disziplin und Ehrgeiz in vernünftigem Maße kennenzulernen. Er zeigt ihnen, dass es mal auf und mal ab geht, dass man Erfolg hat, wenn man trainiert, dass es sich lohnt, zu kämpfen, dass eine Niederlage nicht dazu führt, dass die Welt untergeht. Und schon beim nächsten Mal kann daraus ein Sieg werden. Das finde ich super. Ganz zu schweigen von der körperlichen Fitness und dem Wohlbefinden, von den sozialen Kontakten, auch außerhalb der Schule, ganz zu schweigen von der Alternative zum Medienkonsum.

Ich finde es toll, dass sie ihren Sport für sich gefunden haben und dass sie sich so sicher sind, was zu ihnen passt, aber das war natürlich nicht immer so. Im Laufe der Zeit haben sie vieles ausprobiert. Jungentypisch natürlich Fußball, aber auch Tennis, Schwimmen, Turnen, Leichtathletik. Geliebäugelt wurde mit Kung Fu und Judo und Karate. Sogar Einrad fahren war mal kurz Thema. Nicht immer alles gleichzeitig, manches aber schon.

Aber natürlich sind nicht alle Kinder so bewegungsenthusiastisch, dann wäre es ja einfach und man müsste einfach nur auswählen. Manche Kinder haben halt auch gar keine Lust. Sie wollen einfach NICHTS machen. Woran liegt das? Und: was kann man da machen?

Haben sie den richtigen Sport noch nicht für sich entdeckt? Sind sie unentschlossen. Haben sie vielleicht Angst, sich mit vielen Kindern in einer Mannschaft zu arrangieren? Kinder sind so unterschiedlich wie die Sportarten. Falls Ihr Euch als Eltern nicht sicher seid, welche Sportart sinnvoll und passend wäre, könnt Ihr vielleicht mal diesen Test machen. Da werden die Grundsportarten gecheckt. Aber vergesst nicht, wenn Fußball nichts ist, könnte Basketball, Handball, Volleyball, Hockey vielleicht etwas sein? Ballett könnte vielleicht auch HipHop, Volkstanz, Eiskunstlauf oder Cheearleading werden? Die Liebe zum Wasser könnte man auch beim Segeln ausdrücken? Judo kann auch Karate, Taekwandou oder Kung Fu sein? Und wenn das Kind zwar Ballsport mag, sich aber nicht in einer Mannschaft behaupten möchte/ kann, wäre neben Tennis ja auch noch Tischtennis oder Golf eine Sportart, in der man Einzelkämpfer sein darf. Turnen und Leichtathletik sind Sportangebote, die hier bei uns sehr spielerisch anfangen. Das ist mehr wie sporteln, dass sich nach und nach in eine bestimmte Richtung bewegt, ohne dass die Kinder es wirklich merken. Geht auch ruhig ungewöhnliche Wege, bietet Skaten oder Biken an. In der Nähe einer Skihalle oder der Berge ist auch Skifahren sicherlich super. Lasst auch Mädchen Fußball spielen und Jungen reiten. Und bezieht die Kinder mit ein, habt ein Ohr für sie. Und aus Erfahrung weiß ich: wenn Fussball nichts ist, heißt es nicht, dass andere Ball-Mannschaftsportarten nicht vielleicht der Renner sein können.

Die Kinder finden ihre Sportart im Laufe der Zeit. Wir Eltern können ihnen helfen, indem wir ihnen Möglichkeiten bieten. Wir haben die Übersicht über Sportarten und Angebote. Wir können für Sie Sportvereine ausfindig machen und sie ermutigen. Vieles können sie auch im Schulsport nach und nach für sich entdecken. Lt. Experten ist die Spezialisierung auf eine Sportart auch sowieso erst ab ca. 10 Jahren sinnvoll. Vorher ist vielfältiges Experimentieren für den Körper sogar besser. Aber wir sollten es nicht übertreiben.

Ich bin überzeugt, dass manche Kinder tatsächlich nicht für den Sport geboren wurden. Wenn sie ansonsten aber trotzdem draußen spielen, klettern, Trampolin hüpfen, toben, Radfahren, Rollschuhfahren, etc., warum sollte das dann ein Problem sein? Gewisse Dinge müssen sie können, aber wenn wir ehrlich sind, ist so ein Nachmittag im Winter draußen toben, rennen, sich im Schnee kugeln, oder was auch immer, nicht genauso gesund wie eine Stunde Fußballtraining in der miefigen Halle? Ja, die Kinderärzte plädieren für Sport, sämtliche Fachleute auch. Bei den U-Untersuchungen wird regelmäßig danach gefragt und es wird der Eindruck vermittelt, Sport wäre so wichtig wie Essen und Trinken. Ich bin kein Arzt und auch kein Fachmann, aber ich bin eine Mutter, die weiß, dass das Leben mit und von Kindern nicht nur schwarz und weiß ist. Ich weiß, dass Sport wichtig ist, aber ich weiß auch, dass manche Kinder einfach nicht glücklich sind damit. Egal, wie wichtig wir es finden, sie fühlen sich damit nicht wohl.

Und ganz ehrlich. Wie schon so oft gesagt, gilt es auch für den Sport. Die Kinder müssen sich wohl fühlen und sollten damit glücklich sein. Zwingen kann nicht gut sein. Bewegung ist wichtig und Sport auch. Aber nicht um jeden Preis. Manchmal verlangen wir etwas von Kindern, was wir Erwachsene für wichtig erachten, was wir für uns selbst aber auch schon mal ganz anders entscheiden. Ich darf mich mal vom Sport ausklinken, dafür aber viel Spazieren gehen, um aktiv zu bleiben, für mein Kind reicht mir toben nicht, das schleife ich zum Sport? Wisst Ihr, was ich meine? Sport ist nicht alles. Wenn ein Kind sehr musisch ist, ein Instrument spielen möchte oder schön malt, warum sollte man das nicht fördern und akzeptieren, dass es eben nicht die große Sportskanone ist? Ist das eine besser als das andere? Eine Balance wäre gut, klar, rational bin ich voll dabei. Was ist aber, wenn das Kind diese Balance absolut nicht nachvollziehen kann?

Bei uns ist zum Beispiel im Laufe der Zeit die Musik hintenüber gefallen. Max hat Gitarre gespielt, Felix Klavier. Doch mit zunehmendem Druck in der Schule wollten sie eine Pause. Ich fand das sehr schade, denn Musik ist toll. Aber, nach einem guten Gespräch durften sie es selbst entscheiden und haben zugunsten des Sports entschieden.

Nichts ist verloren, keine Aktivität ist umsonst. Die Kinder lernen daraus, wo ihre Stärken und Schwächen sind, was ihnen Spaß macht. Ich bin überzeugt, dass dadurch ein gutes Fundament gelegt ist. Das ist unsere Aufgabe als Eltern. Der Rest ergibt sich. Denn egal ob Musik, Kunst oder Sport, wir dürfen nicht vergessen, es sind 'nur' Hobbyangebote. Kindergarten und Schule sind Pflicht. Die Hobbys dienen der reinen Freude und Entspannung.

Und vor allem sollten wir nicht mit zweierlei Maß messen. Fassen wir uns an die eigene Nase. Manchmal haben wir eine stressige Phase. Wir haben viel um die Ohren und irgendwann ist uns der Sport, der uns gut tut und wichtig ist, auch mal eine Zeitlang total egal. Dann sind wir froh, wenn wir abends auf dem Sofa liegen und mal eine freie Minute haben. Nichts Tun zu müssen, tut auch gut. Und dann, früher oder später sind wir wieder entspannter und fühlen uns ohne Bewegung schlecht. Dann starten wir wieder durch. Und genau das sollten wir bei unseren Kindern doch auch zulassen. Ich bin sicher, dass ihr Dasein echt stressig ist. Auch schon, wenn sie im Kindergarten sind. Vielleicht sind sie die ganz Kleinen, müssen sich ihren Platz in der neuen Welt erst erkämpfen. Bekommen so viel Input, da passt nachmittags gar nichts mehr rein. Oder sie sind eben die Großen, die alles können müssen, andere Pflichten haben, den Kleinen helfen sollen, vernünftiger spielen sollen, Schulkinderstunden haben. Puh, was für eine Anforderung. Von dem Start in der Grundschule müssen wir gar nicht reden. Still sitzen, sich organisieren, Pausen einhalten, nicht quatschen, neue Kinder, Lehrer, eine große Menge an Menschen, vom Lernen ganz zu schweigen. Ist das nicht super stressig?

Und es nimmt ja kein Ende. Dann kommen die ersten Noten, dann sind sie wieder die Großen, und dann, dann kommt der Schulwechsel. Ich habe mal gelesen, dass der Übergang von der 4. Klasse zur weiterführenden Schule der größte Einschnitt für die Kinder ist. Größer noch als der Schuleintritt in die Grundschule! Das hätte ich nicht gedacht. Aber auf einmal treten sie ein in die "echte" Welt. Raus aus der behüteten, kümmernden Grundschule, wo man sich auch noch mal auf den Schoß der Lehrerin setzen darf. Da gibt es Mediaboards für Vertretungspläne. Da kümmert die Lehrer häufig der Stoff und nicht das Kind. Da wird Leistung mehr gefordert als Individualität.

Da kann es doch schon mal Phasen geben, in denen die Kinder nur noch ihre Ruhe haben wollen. Nachmittags Löcher in die Luft gucken wollen, abhängen, spielen, ein paar stressfreie Stunden brauchen. Das darf dann auch so okay sein, oder? Denn es kommen ganz sicher auch wieder andere Zeiten. Und wenn nicht? Mmmmh, wäre das soo schlimm? So schlimm, dass wir sie zum Sport "zwingen", weil wir denken, dass es ihnen gut tut? So schlimm, dass wir neben der Schule einen weiteren Stresspunkt einführen? Für wen eigentlich?

Liebe Grüße von
Sandra

PS: Dieser Post setzt voraus, dass sich die Kinder normal entwickeln. Dass sie soziale Kontakte haben und normal ernährt sind. Dass sie am Schulsport teilnehmen, dass  sie motorisch auf einem normalen Stand sind und auch sonst keine Probleme haben. Natürlich brauchen Kinder in besonderen Situationen auch besondere Anforderungen.



Mittwoch, 11. Dezember 2013

Wo auf der Welt gibt es das, dass Traditionen immer gleich und doch auch immer irgendwie neu erfunden werden (müssen). Nur bei Familien mit Kindern!

Hallo, Ihr Lieben!

Ich bin ganz ergriffen, von so vielen Reaktionen auf meinen gestrigen Post zum Entschleunigen. Das scheint Euch alle berührt zu haben. Die (Jahres-)Zeit von Action und Halligalli ist vorbei. Irgendwie sehnen wir uns doch alle nach ein bisschen Ruhe am Jahresende. Man, sind wir jetzt alt? Nein, denn ich merke, dass das nicht nur den Erwachsenen so geht, das ist bei den Kindern auch nicht anders. Sie kränkeln permanent und sind ausgepowert.



Denn für sie ist es ja auch nicht einfach. Früher, als unsere Kinder noch kleiner waren, habe ich mich manchmal gewundert, warum sie so gereizt waren im Advent und fand es völlig unverständlich, wo wir doch so viele schöne Sachen mit ihnen gemacht haben. Mal war ein Kinogutschein im Adventskalender, mal Plätzchen backen, mal Schokofondue oder Weihnachtsmarktbesuch, mal Basteln oder malen, und dazwischen natürlich auch Süßes oder ein kleines Päckchen.  Mittlerweile finde ich es eigentlich völlig klar, denn für die Kinder - je kleiner umso extremer - ist ja die Adventszeit ein absoluter Overkill an Eindrücken, fast wie jeden Tag Geburtstag haben. So viele besondere Situationen. Und selbst, wenn nur Süßes im Kalender war, durften sie es schon morgens essen. Wann sonst bitte darf man schon Schokolade zum Frühstück essen????



Jeden Morgen schon mal Aufregung wegen des Adventskalenders (das ist allerdings bei unseren Kindern mittlerweile nicht mehr so ;) ), dann Nikolaus, dann Adventsfeiern in Kindergärten und Schulen, Krippenspiele, Theateraufführungen, Weihnachtsmärkte, Klassenfahrten, Wichteln, Sporttermine und dann dazu noch der Klassenarbeits- und Testwahnsinn, denn die Lehrer wollen schnell vor den Ferien noch die dritten Klausuren schreiben….. Und über dem allen natürlich immer die Vorfreude auf Weihnachten, bei der das Alter gar keine Rolle spielt. Da freue ich mich für uns als Familie, aber besonders für die Kinder, dass sie bald Ferien haben. Die haben sie sich ehrlich verdient.

Wir haben hier in diesem Jahr wieder ganz neue Hürden zu überwinden. Die Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen ist nicht nur seelisch und körperlich für die Kinder eine Herausforderung (und für die Eltern manchmal auch), sondern das stellt sie auch vor neue Probleme. Die Weihnachtswünsche. Spielsachen sind uninteressant und selbst Lego Architecture, das im letzten Jahr noch punkten konnte, ist absolut raus. Handy: ist schon vorhanden und ich finde auch gut, dass er damit gut zufrieden ist. Kleidung: ja gerne, aber nur Kleidung ist doch auch ein bisschen lahm. Bücher: im Moment hört er mehr Hörbücher. Sicherlich wird er im Urlaub auch lesen, aber er wird nicht vor Freude jubeln. Für Mädels geht sicherlich Kosmetik, Schmuck und Taschen immer, aber Jungs? Spielekonsole: war ein großer Wunsch, aber nicht lieferbar!

Versteht Ihr, was ich meine? Kindersachen sind out, Erwachsenensachen noch nicht erlaubt oder aber doch noch langweilig. Das ist aber ein nicht zu unterschätzendes Problem, denn 13jährige sind ja noch ganz weit weg von abgeklärten jungen Erwachsenen. Sie wollen aufgeregt sein, sich freuen,  Weihnachten früh aufstehen und mit ihren neuen Geschenken rumfummeln. Mit Gutscheinen, Klamotten oder Downloads geht das natürlich nicht. Zum Glück habe ich jetzt schon mit mehreren Müttern gesprochen, deren Kindern das genauso geht. Jetzt weiß er zwar, dass sich alle gleich fühlen, aber wirklich weiter bringt ihn das auch nicht. Ich habe schon Ideen und Überraschungen für ihn, aber die möchte ich ihm natürlich nicht erzählen. Ich versuche ihn zu beruhigen, ihm Mut zuzusprechen, aber so richtig überzeugt ist er noch nicht. Die Lage ist heikel und er traurig.



Wir haben diese Woche die vergangenen Weihnachtsfeste und Geburtstage rekapituliert und überlegt, wie es früher ablief. Wir haben geguckt, was er sich gewünscht hat und was er tatsächlich bekommen hat. Er ist dann zu dem Schluss gekommen, dass er sich zwar immer etwas gewünscht hat, aber wir ihn eigentlich immer noch mit etwas Anderem doll überraschen konnten. Und das wird sicherlich in diesem Jahr auch so sein. Ich habe ihn um Vertrauen gebeten und konnte ihn ein bisschen beruhigen. Überzeugen kann ihn wohl erst der Heilig Abend.

Felix dagegen hat noch ganz viele Wünsche. Mit 10 ist er natürlich noch voll mit Ideen, wie er seine Freizeit "spielend" verbringen kann und das finde ich toll. Von klitzekleinen Kleinigkeiten bis überdimensional riesigem Spielzeug ist da alles vorhanden und da besteht das Problem eher imTreffen der Auswahl - oh, wie schön.

Natürlich geht es Weihnachten nicht nur um die Geschenke, um die Materialschlacht, von der ich mich zugegebenermaßen auch nicht ganz freimachen kann. Es geht um die Familie, um das Zusammensein am Ende eines Jahres, um gemütliche Stunden, um Traditionen, um Geschichten, um Nächstenliebe, um das Augen-Offen-Halten für Menschen, denen es nicht so gut geht, um Hilfe, um's Teilen. Und nicht zuletzt, oder eigentlich sogar in erster Linie und NUR um Jesus. Aber machen wir uns nichts vor und seien nicht päpstlicher als der Papst - bei den Kindern sind die Geschenke schon sehr wichtig. Es geht ihnen um den geschmückten Weihnachtsbaum, um die besondere Stimmung und die nicht mehr zu ertragende Spannung am Heilig Abend Morgen, wenn man KEIN MAL MEHR SCHLAFEN MUSS….

Und das ist auch gut so. Alles hat seine Zeit und im Laufe ihres Lebens werden sich auch bei ihnen die Prioritäten verschieben und sie werden sich über andere Dinge freuen. Als Kind darf man Gesundheit, Familie, Zeit und Stimmung ruhig als selbstverständlich hinnehmen. Man darf sich ganz seinem Wunschzettel hingeben und sich 24 Tage lang Gedanken machen, was es wohl geben wird am Heilig Abend (das war ja bei uns früher auch nicht anders und aus uns sind ja auch tiefgründige Menschen geworden). Man darf an Geschichten festhalten, von denen man eigentlich schon weiß, dass sie erfunden sind (das merken wir bei Felix gerade ganz deutlich). Man darf in seinem eigenen Tempo das "Weihnachtsmärchen" für sich entzaubern und merken, wie der Hase/ Weihnachtsmann wirklich läuft. Man darf dann auch wieder feststellen, das es Vorteile hat, mehr zu wissen, denn dann darf man zum Beispiel auch den Baum mit schmücken, den bisher immer die Engel geschmückt haben ;)

Denn nur, wenn man sich als Kind ganz seinen Gedanken und Freuden hingeben kann, kann man sie später doch genauso schön und entspannt weitergeben und Weihnachten für seine eigene Familie auch zu dem großen, schönen Zauber machen, der es in der eigenen Kindheit war.

Liebe Grüße von
Sandra


PS: Beim Lesen der Überschrift habe ich gemerkt, dass ich eigentlich etwas ganz anderes schreiben wollte… Jetzt ist die Überschrift geändert, den "Stempelalarm" bekommt Ihr dann eben morgen :)


Samstag, 30. November 2013

Eine ganz tolle Verpackungsidee, schnell und schön, so etwas kommt doch gerade richtig vor Weihnachten! Und darum muss ich heute dann auch mal sagen: Was interessiert mich…..

… mein Geschwätz vom letzten Post! Hier kommt doch noch mal ein Stern. Und zwar als Wunsch-Erfüller. Eine Last-Minute-Geschenk-Verpackungs-Idee. Und mir gefällt sie so gut, dass ich Euch davon unbedingt erzählen muss. Auch wenn ich damit das Versprechen brechen muss, nicht wieder von Sternen zu posten.




Ich habe die Idee letzte Woche auf dem Basar an einem Stand entdeckt und direkt mal für meine Zwecke umfunktioniert. Dort war der Stern als "Wundertüte für Mädchen" gemacht, wunderschön! Aber Jungs freuen sich doch auch immer über schöne Geschenke.



Und da zeigt sich doch auch schon  wie flexibel diese Geschenkverpackung ist, denn selbstgemacht ist ja immer sooo wandelbar. Anstatt Stern geht ja praktisch alles, was Ihr zeichnen könnt. Zu Weihnachten auch Tannenbäume, Christbaumkugeln, Rentiere, Weihnachtsmänner, im übrigen Jahr aber natürlich auch Blumen, Osterhasen, Fußbälle, Tennisschläger, was immer Ihr wollt. 

Zum Füllen eignet sich alles, was reinpasst. und dann nur noch beschriften und nähen. Fertig.


Ich habe für den Stern eine Versandtasche genommen, da hat man direkt zwei Seiten, die fest zusammenhalten ohne, dass man sie mühsam stecken muss und das Papier ist recht fest. Weiß geht natürlich genauso. Dann habe ich einen Stern ausgedruckt, draufgelegt und mit dem Kuli fest nachgezeichnet, so dass die Umrisse gut sichtbar waren.


Nun werden beide Seiten bestempelt - Malen wäre eine Alternative, dann könnten Kinder auch aktiv werden (beim Stempeln ja eigentlich auch). Gedicht draufschreiben fällt mir auch noch dazu ein. Das geht vorher alles besser, denn dann ist der Untergrund noch eben. 

Jetzt müsst Ihr einfach die Umrisse nachnähen, dazu habe ich die Fadenlänge ganz groß gestellt. Vor der letzten Sternzacke habe ich das Geld eingefüllt und dann direkt zugenäht. Zum Schluß habe ich dann entlang der Naht den Stern ausgeschnitten.

Ich mag übrigens unperfekt in diesem Zusammenhang :) NichtaufderLinie gestempelt, Rahmen sichtbar und nichtgetrennte Wörter sind genau so beabsichtigt!

Adventliche Grüße und ganz besonders herzliche von
Sandra





Montag, 25. November 2013

Alle Jahre wieder ….. der Waldorf-Basar, besucht ihn bloß, wenn Ihr die Möglichkeit habt

Das große Ereignis an der Waldorfschule ist der jährliche Basar, an unserer Schule immer vor dem ersten Advent.




Dafür gibt es extra Arbeitskreise, die sich fast das ganze Jahr damit beschäftigen. Planen, verwalten, vorbereiten, etc. Jedes Jahr gibt es immer die gleichen Programmpunkte, jede Klasse hat immer die gleiche Aufgabe, d. h. die erste Klasse macht immer das Hexenhäuschen, die Zweite immer das Moosgärtlein, und so weiter. Und nein, das ist auf keinen Fall langweilig, denn in jedem Jahr sind es ja immer andere Eltern, die die Aufgaben übernehmen, und so dem ganzen eine persönliche Note geben können. Die Stationen haben sich über Jahre bewährt und sind bei den Kindern und Eltern so beliebt, dass selbst die älteren und fast erwachsenen Kinder immer wieder Spaß daran haben.






Dieses Mal haben alle Kinder in der vorausgehenden Projektwoche noch selber einige Dinge gezaubert, Einkaufsbeutel gebatikt, Vogelhäuschen gebaut, Kalender gemalt, die dann ebenfalls verkauft wurden. Im Kreativkreis sind neue Eltern dazugekommen und haben ihr Wissen und Können mit eingebracht und so gibt es neben Bewährtem auch immer neue Ideen zu bewundern und, na klar, auch zu kaufen. Von dem Salat- und Kuchenbuffet, dass von den Eltern beigesteuert wird, muss ich gar nicht reden, oder? Diese Vielfalt an Leckereien ist immer wieder unglaublich.



Die Stimmung ist super. Und auch, wenn ich persönlich nicht sooo auf den Gipsy-Look stehe, mit 3-4 Röcken, darunter Pumphose, diversen Oberteilen und und und, Ihr wisst, was ich meine, ist das zumindest ein Stil, und das ist so viel mehr als viele andere haben, die völlig stil-LOS durch die Gegend laufen, das mal so am Rande. Und wenn ich auch mit einigen Eltern und Lehrern nicht konform gehe, was das aktuelle Leben angeht, was den Umgang mit Medien angeht, was die Auswahl der Sportarten und Musikinstrumenten angeht, haben doch alle eine Sache gemeinsam: das Wohl der Kinder. Und wie toll, bitte schön, ist das denn? Wer ein Kind auf einer normalen staatlichen weiterführenden Schule hat, so wie wir, weiß, dass das leider absolut nicht selbstverständlich ist. Besonders nicht bei den Lehrern!




Jeder kümmert sich, Jedem ist der andere mit seinen Gedanken und Eigenarten wichtig, Jeder ist gut, wie er ist. Das ist eine schöne Ausgangsstimmung und macht eine sehr gute Lernatmosphäre. Natürlich schützt das nicht vor Streit und Ärger, den gibt es dort genauso wie überall sonst auch mal, und es haben sich auch nicht alle lieb, aber die Grundstimmung ist gut. Und das merkt man einfach!

Wir hatten also einen schönen Basar-Tag! Wenn Ihr auch eine Waldorfschule in der Nähe habt, kann ich Euch nur raten, den dortigen Basar auf jeden Fall zu besuchen. Und wenn Ihr selber Teil einer Waldorfschule seid, wisst Ihr sowieso, was ich meine. Es ist eine rundum schöne Sache.

In der ersten Klasse konnte man durch den Hexenwald im Dunkeln zur Hexe wandern, bekam von ihr ein Lebkuchen......



.... und konnte das Lebkuchenstück dann hinterher selber verzieren. Die meisten Stücke haben es dann nicht mal mehr aus der Tür raus geschafft! Die Kinder haben sie sofort verputzt. Ist aber auch kein Wunder, denn wer durch 20 cm hohes Laub (!) im Dunkeln durch die Tannen gewandert ist, beleuchtet nur von Kerzenlicht, der hat sich das Stück Lebkuchen auch wahrlich verdient.

Die zweite Klasse ist traditionell für das Moosgärtlein zuständig. Man bekommt eine Baumscheibe, auf die ein Stück Ton gedrückt wird und dann können die Kinder nach Herzenslust mit Naturmaterialien und Kerzen dekorieren....




Die dritte und vierte Klasse kümmern sich um das Lagerfeuer und Stockbrot. Hier gibt es auch immer eine leckere Kartoffelsuppe oder warmen Kakao, kann ja nie schaden bei den Temperaturen....






Die Oberstufe hatte ihren eigenen Shop:





Die Kinder können selber Wolle spinnen oder dem Schmied bei der Arbeit zusehen. Sie können die schuleigenen Bauernhoftiere besuchen oder so tolle Angebote wie Seile machen, Kerzen ziehen, Holzschnitzereien wahrnehmen,  Maronen oder Waffeln essen, und und und.









Und heute haben wir dann noch den Film "Fack ju Göhte" angeguckt, was ein Kontrastprogramm, aber der Film war absolut super, genauso wie der Basar. Das Leben ist halt vielfältig und bleibt schön kontrastreich und spannend.

Für heute liebe Grüße und einen guten Wochenstart von
Sandra