Samstag, 3. August 2013

3. August 2000 - Ein anderes Leben beginnt

Der Geburtstag unseres ältesten Sohnes, der in gut einer Woche ein Teenager wird, ist zwar erst am 11. August (2000), aber er hat schon etwas vorher damit begonnen, mein Leben gründlich durcheinander zu bringen, bzw. mir zu zeigen, wer ab jetzt der "Bestimmer" ist.

Der errechnete Entbindungstermin war der 2. August und bis dahin hatte ich alles geplant - mein Berufsleben, mein Privatleben sowieso und auch alles, was sich um diese Schwangerschaft drehte. Arzttermine, Schwangerschaftsgymnastik, Kinderzimmer (alle Möbel wurden ausreichend gelüftet), Babyausstattung, Babyklamotten (alle Sachen wurden vorher schon gewaschen), meine Krankenhaustasche war ordnungsgemäß gepackt und sogar der Termin für den Beginn der  Rückbildungsgymnastik stand schon fest. Am 2. August war ich also bereit, Mutter zu werden.

Aber natürlich passierte am 2. August überhaupt gar nichts. Auch wenn ich noch so viel spazieren ging, noch so viel warme Bäder nahm, noch so gerne wollte. Nichts passierte. Tja, und dann am 3. August, also heute genau vor 13 Jahren, begann ich dann, tatsächlich bereit zu werden für das Mutterdasein. Dieses kleine, ungeborene Baby lehrte mich, was es heißt, eine Mutter zu sein. Geduld zu haben, meine eigenen Pläne zurückzustellen, auf das Kind einzugehen, eine andere Geschwindigkeit zuzulassen, mich einzulassen auf ein Leben, das mir bis dahin völlig unbekannt war, auch wenn ich schon viel davon gelesen hatte bzw. von Freundinnen gehört hatte.

Auch die ganze folgende Woche passierte nichts und es gab mir einen ersten Einblick in das Leben mit Kind, in dem ich mit meinen Plänen manchmal ganz schön blöd aus der Wäsche gucke. Einblick in ein fremdbestimmtes Leben, das sich nach Baby-Schlafens- und Stillzeiten richten wird, nach Kindergartenzeiten, nach Musikschulterminen, das einem Routine schenkt im Absagen von eigenen Friseurterminen und abendlichen Verabredungen, weil genau dann die Kinder immer krank werden, das Urlaube nur noch in den Ferienzeiten möglich macht, anstatt zu den klimatisch viel schöneren und ruhigeren Zeiten am Rande der Saison..... In ein Leben, das mir unzählige Nachmittage im Freibad oder auf Spielplätzen schenkt, nicht nur aber auch mit Müttern, die ich nicht geplant hatte kennenzulernen, und und und.

Von alledem bekam ich am 3. August eine leise Ahnung, als ich nun so wartete, wann es denn endlich losgehen würde. Dieser 3. August war also der Beginn dieser neuen Zeit, in der ich meine Pläne vergass und mich auf die Pläne der Kinder und deren Welt einließ.

           
2000
2013

Das ist jetzt 13 Jahre, zwei Kinder und viel Erfahrung her und ich freue mich über jeden einzelnen Tag. Die Zeit ist ganz schön schnell vorbeigegangen und jetzt sind die Kinder schon so selbständig, das ist unglaublich. Heute Abend, nach genau 13 Jahren, sagt mir nun dieses 'Baby': "Mama, wir sind jetzt schon so erwachsen, Du kannst jetzt wieder anfangen, an Dich zu denken. Wir machen das schon mit und richten uns auch gerne nach Dir."

Ist das nicht unglaublich???!!!!

Ganz rührselige Grüße von

Kommentare:

  1. Kinder verändern alles... und wenn sie dann so groß und so verständig sind, liebt man sie nochmehr (was nicht geht, denn vorher hat man sie ja auch schon soooooo dolle geliebt). Ich genieße meinen 13jährigen Sohn auch so wie er ist.

    LG

    Tina Blanke

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  2. Liebe Tina! Du hast völlig recht - jede Zeit ist toll und spannend! Geniessen wir die Zeit und die Kinder einfach nur mit ganzem Herzen in vollen Zügen!

    Liebe Grüße
    Sandra

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